Sonntag, 29. Juli 2007

We're Going To Nagoya - Gaijin Boys

(adaptiert von We're going to Ibiza - Vengaboys)


Hello Party People!
This Is Captain Sato Speaking
Welcome Aboard Japan Railways
After Departure We'll Pump Up The Soundsystem
'Cause We're Going To Nagoya!

I Don't Wanna Be A Research Scientist
All My Stay
I'm Gonna Pack My Bags And Leave This Town
Grab A Train
Drive Away On JR Railways
Drive Me Fast
Shinkanzen Track

I Look Right Through The Window
And I See The Fuji Mountain
I Look Down At The Ground
And I See The Dustbin Down The Train
Drive Away On JR Railways
Drive Me Fast
Shinkanzen Track

Whoah! We're Going To Nagoya
Whoah! Right On The Island
Whoah! We're Going To Nagoya
Whoah! We're Gonna Have Sightseeing
Whoah! In The Pacific Ocean

Ioh Ioh, Oh We Oh

Ioh Ioh, Oh We Oh
Ioh Ioh, Oh We Oh
Ioh Ioh, Oh We Oh

Quite Near To This Big Town
And Nagoya Castle
It's Really Very Nice To Be
Abroad Again
Drive Away On JR Railways
Drive Me Fast
Shinkanzen Track

Whoah! We're Going To Nagoya
Whoah! Right On The Island
Whoah! We're Going To Nagoya
Whoah! We're Gonna Have Sightseeing
Whoah! In The Pacific Ocean

Ioh Ioh, Oh We Oh
Ioh Ioh, Oh We Oh
Ioh Ioh, Oh We Oh
Ioh Ioh, Oh We Oh

Thank You For Driving JR Railways
We Are Now Approaching Nagoya Station
As You Can See The Sky Is Blue
And The Castle Is Waiting For You

Whoah! We're Going to Nagoya
Whoah! Right On The Island
Whoah! We're Going To Nagoya
Whoah! We're Gonna Have Sightseeing
Whoah! In The Pacific Ocean
Whoah! We're Going To Nagoya
Whoah! Right On The Island
Whoah! We're Going To Nagoya
Whoah! We're Gonna Have Sightseeing
Whoah! In The Pacific Ocean


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Für meine erste Fahrt mit dem Shinkanzen nach Yokohama hatte ich, wie zuvor geschrieben, keine Sitzplatzreservierung. Schliesslich würde ich ja noch öfters Shinkanzen fahren am Wochenende, und so hätte ich zuvor auch schonmal den Mülleimer als Sitzplatz ausprobieren können... dass ich jedoch gleich ein zweites Mal das Vergnügen haben werde, weil diesmal tatsächlich im Vorneherein alle Plätze vergeben waren, konnte ich nicht erahnen!

Diesmal konnte ich jedoch dieses unglaubliche Erlebnis (eingeschlafener und schmerzender Beine und Füße) mit meinem Bruder und einer japanischen Familie im Bereich zwischen zwei Waggons teilen. (Natürlich waren die Gaijin Boys eine Attraktion für die drei Kinder... zumindest bis sie ihre Power Rangers Spielfiguren ausgepackt hatten!)

Die Fahrt zog sich hin, allerdings nicht ohne ein Zwischenspiel. Immer wieder rannten Leute hektisch zwischen den Waggons hin und her, wohl aus verschiedenen Gründen. Sei es nun die Suche nach der nächsten Toilette, einem Rauchereck, dem Onboard-Store oder einem tatsächlich noch freien Sitzplatz. So auch ein junger Japaner, der in einem gewaltigen Tempo den Zug hindurchgeeilt kam... bis er mich erblickte! Seine Geschwindigkeit blieb unverändert, nur steuerte er jetzt direkt auf mich zu. Die Glasschiebetüren, die die einzelnen Bereiche des Shinkanzen voneinander trennen, glitten auf, er breschte hindurch auf mich zu und rief in deutlich erhöhter Lautstärke mir zu: "Nice to meet you!"

An dieser Stelle wäre wohl der Post "Häh? - Die Vierte" angebracht, ich möchte allerdings diesen hier nur ungern unterbrechen...

Mein Bruder und ich schauten uns wohl für ein paar Sekunden an, bevor ich mit einem "Thank you." erwiderte und mein Bruder in (natürlich überhaus höflich) auf japanisch fragte, was er für einen Dachschaden habe...? Als Antwort kam, er wolle die Gelegenheit nutzen, mich näher kennenzulernen. Daraufhin verschwand er mit erneutem hohen Tempo auf der gegenüberliegenden Seite im nächsten Abteil.

Die restliche Fahrt blieb ohne weitere plötzliche Bedürfnisse, meine Bekanntschaft schliessen zu wollen.

Irgendwann erreichten wir Nagoya und wir verliessen Captain Sato's Hochgeschwindigkeitszug. Dort angekommen, begaben wir uns auf die Suche nach handzurrender Begleitung, die uns vom Bahnhof abzuholen gedacht hatte und die wir
einen kurzen Anruf später auch fanden.


Doch es gab Probleme. Irgendwas war nicht in Ordnung. Etwas Grauenhaftes war aus dem Dunkel Yokohamas mitgereist und ließ nicht vom großen, blonden Hühnen, den handzurrende Begleitung den ihren nennt, ab... ein... EIN... EIN BRUDER!!!

Es mag sein, daß ich mir die Begrüßung anders vorgestellt hatte, aber ich war ja nun einiges von meinen Asiaten gewohnt. Insofern verwunderte mich (fast) gar nicht, daß handzurrende Begleitung mit ihren 1 Meter hsmdhdmsdhsiebzich, erschrocken wie ein junges Rehkitz, mit weit aufgerissenen Augen (woher kommt eigentlich dieser Quatsch mit den sog. "Schlitzaugen"?!?) hinter meinem Bruder Schutz vor mir suchte.

Möglicherweise hatte mein (aus Erheiterung hervorgerufenes und weniger Ernst gemeintes) darauffolgendes "Gnarl! Grunz!" nicht sonderlich dazu beigetragen, daß sie sofort Vertrauen gefaßt hätte...

Samstag, 28. Juli 2007

China Town - Nachtrag

Warum fühle ich mich hierbei nur so furchtbar an Doom 3 erinnert?!?

Lalaport - Nachtrag

Wer hätte es gedacht? Inmitten dieses riesigen Einkaufszentrums Lalaport findet sich auch ein "Schmuckstück" deutscher Handwerkskunst... ob dieses Instrument, welches in den riesigen Hallen kaum akustisch wahrzunehmen ist, zumindest optisch seinem Preis gerecht wird, mag jeder Leser bitte selbst entscheiden...

Glocken- und Pfeifenspiel aus Meissener Porzellan

Eine kurze Yokohama Tour

Nach dem BBQ und einem erneuten Be- und Entwässerungsstop in der Cantina "Breakfast at Big Al's" gegenüber dem Mos Lala Space Port, begaben wir uns mit dem Millennium Scooter noch auf eine kurze Besichtigungstour durch das Hafengebiet Minato Mirai in Yokohama.

Von der Yokohama Station aus



ab durch den Untergrund für eine kurze Fahrt mit der U-Bahn (auch hier: kein Graffiti!!!)



zum Yokohama Landmark Tower, dem höchsten Gebäude Japans.



Übertroffen wird dieses architektonische Meisterwerk lediglich vom "Wheel of Peeping Tom"!!! Dieses Riesenrad stand früher noch ein wenig anders da. Dann wurde ein Hotel gebaut und die Gäste fühlten sich aber so, als litten sie unter einem plötzlichen Anflug von Verfolgungswahn und dem Gefühl ständiger Beobachtung. Das mag an den vielen Hundert winkenden Leuten in den Gondeln direkt gegenüber des Hotels gelegen haben... drum steht das Riesenrad jetzt woanders. Klingt zwar komisch, ist aber so.



Ganz in der Nähe befindet sich auch ein Schulschiff für Trockenübungen, die "Nippon Maru Yokohama", auf der die Übungen zum "Kobayashi Maru" für angehende Matrosen und Offiziere abgehalten werden ;)



(Leider verläßt sie nie das Hafengelände, außer dem Setzen und Hissen der Segel, findet also nichts darauf statt.)

Etlichen Bloglesern dürfte dieses kleine, schnuckelige Gefährt bereits bekannt sein, allerdings habe ich es bisher noch nie in einer Easy-Rider-Ausführung angetroffen... ich frage mich, ob in Europa, falls es jemals für den europäischen Markt zugänglich gemacht wird, in diesem Gefährt die vorderen Sitze entfernt werden, um auf der Rücksitzbank ausreichend Platz und Beinfreiheit zu finden (Erinnerungen an Police Academy...).

Schliesslich habe ich neulich gelesen, daß die koreanischen Männer mit einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,68 m schon zu den größten Ostasiaten gehören! (Wie steht's dann um die Japaner?)



Von den Touristenbootchen tuckerten einige durch die Wasser...



Einen Gewaltmarsch später, obwohl sich unser Ziel direkt neben Minato Mirai befand (hab ich schon erwähnt, daß es furchtbar schwül-warm ist?), kamen wir an, in "China Town". (Hier drängten sich mir Fragen auf: Wann erhält eine Stadt eine China Town? Wieviele Städte auf der Welt haben eine China Town? Gibt es in Shanghai und Peking jeweils eine China Town?)



Der Tempel in China Town war zu dieser Stunde leider bereits geschlossen...



Und ich dachte, der Anime-Kommerz in Deutschland (Sammelheftchen, Klingeltöne, Computer-/Konsolenspiele, Kleidung, Stofftiere, Kartenspiele, etc.) sei bereits ausufernd... bis mein Bruder mir die "kleine" Sammelfiguren- und Sammelkarten-Abteilung im Yodobashi Camera (Stimmt das, BigAl?) gezeigt hatte... wohlgemerkt, das ist nur ein Gang von vielen, die vollkommen identisch mit diesen Münzautomaten ausgestattet sind...!

Oribaaa kommt! Oribaaa kommt!

... so oder so ähnlich brachte eine Arbeitskollegin meines Bruders ihre Freude zum Ausdruck, dass ich am Firmen-BBQ des heutigen Tages teilnehmen werde. Der Weg dorthin war jedoch weit... weit und beschwerlich... denn bei 38°C unter Helm und Lederjacke im Stau zu stehen ist mitnichten von großer Freude begleitet! Der Grillplatz lag nunmal an einer der Hauptverbindungsstrassen durch Yokohama, die mit ihrem zweispurigen Dasein in jede Richtung zu keiner Zeit ausreichend Querschnittsfläche für eine Verringerung der Viskosität des Verkehrsflusses darbietet.

Schlagartig fühlte ich mich, auf dem Rücksitz des Rollers dahinschmelzend ("Ich schmelze! Ich schmelze!" - Wer kennt noch den Roger Rabbit Film?), an meine früheren Postings "The hottest day" und "The second hottest day" erinnert... ob hier in Japan an heissen Tagen wohl auch Hühn(d)chen verzehrt wird, um der Hitze Herr zu werden?

Nach schier nicht mehr enden wollenden Kilometern im Stau, die einem das Gefühl gaben, selbst das BBQ zu sein, erreichten wir endlich den Parkplatz vor dem Grillareal. (Zur Orientierung dienten uns abermals die Goldenen Arkaden. Sie scheinen hier in Japan die fehlenden Strassennamen zu ersetzen, da das typisch rote Dach dieser Franchise-Kette mit Leichtigkeit in Google Earth erkannt werden kann!)

Der Platz selbst war ein wenig am Hang im Schatten der Bäume gelegen und mit unzähligen Bänken und Steinpodesten zum Grillen ausgestattet. Ganz abgesehen von der üppigen Ausstattung mit Japanern...





Das Fleisch war einfach hervorragend!!! In den heimischen Gefilden ist es eigentlich ganz gleich, in welchem Laden man das Fleisch kauft. Meist ist es sehnig, fettig, zäh, geschmacklos oder mit sonstigen Mängeln versehen (nur selten gelingt einem ein Glücksgriff oder man kennt einen Metzger seines Vertrauens). Hier war es einfach nur klasse!



Bitte nicht auf die Idee kommen, hier würden Reste in eine Mülltüte geworfen zur Entsorgung. Nein, nein! Umgekehrt, hier werden Reste aus einer Mülltüte auf den Grill geworfen! Dabei heißen "Reste" eigentlich "gemischter Salat" und "Mülltüte" heißt "Einkaufstüte", aber hier war ich wahrscheinlich einfach "Lost in Translation"...



Dicht unterhalb des Grillplatzes befand sich noch ein "Kinder"-Abenteuerspielplatz. Dabei setze ich "Kinder" bewußt in Anführungszeichen, da es aufgrund einer sicherheitstechnischen ersten optischen Einschätzung als "Survival Park" bezeichnet werden sollte. Selbst als Erwachsener wäre ich wohl nicht so blöd gewesen, darauf herumzuturnen und mich beinahe selbst zu versenken (1,5 Meter Sturz in 30 Zentimeter tiefes Wasser...!?!), wenn ich nicht durch ein "harmloses" Mixgetränk leicht betüddelt gewesen wäre. Ganz ohne Verletzungen kam ich nicht aus dem Überlebenstraining hervor, aber irgendwie hatte es auch Spaß gemacht. Nur widerspricht es irgendwie den sonstigen Sicherheitsvorkehrungen, die hier in Japan anzutreffen sind...







Es fand sich dann auch jemand, mit dem ich mich während des BBQs fliessend auf Englisch unterhalten konnte (lustigerweise weigert sie sich aber, mit meinem Bruder auf Englisch zu sprechen :), da meine Japanischkenntnisse verdammte Ähnlichkeit haben mit der konstanten Funktion f(x)=0.

Freitag, 27. Juli 2007

Don Quijote und Sancho Pansa auf der Suche nach den Gummi-Tatami

Bevor wir uns zu zweit auf dem Töff in Richtung heimatlichen Hafen begaben, plagte uns beide der Hunger. Glücklicherweise befindet sich direkt am Bahnhof eine Niederlassung der Lieblings-Restaurant-Kette meines Bruders (die so unscheinbar in einem noch viel unscheinbareren Gebäude vor sich hinexistiert, daß er es erst nach einem Jahr dank seiner handzurrenden Begleitung erfahren hatte).

Nachdem wir einen Platz gezeigt bekommen und uns niedergelassen haben, ganz unter der strengen Beobachtung der Tischnachbarn, deren Blicke Furcht vor einer erneuten amerikanischen Invasion widerspiegelten (Verdammt nochmal! Nicht alle Weißen kommen aus den Staaten!), kam die Bedienung nach nur zweimal rufen. Nicht etwa, weil sie beschäftigt war. Nicht etwa, weil mein Bruder auf Englisch sprach. Nein, die japanische Ansprache schien sie zu sehr aus der Fassung gebracht zu haben, denn Gaijin können nicht Japanisch können!

Ein leckeres Überraschungsessen später (Warum Überraschung? Nun, die Kenntnis der chinesischen Schriftzeichen ist bei meinem Bruder noch in den Anfängen, er kennt demnach noch nicht irgendwas zwischen 3000 und 5000, sondern eher einige Hundert. Zur von mir auserkorenen Speise merkte er nur an, er glaube, das eine Zeichen hieße "Pferd"... - es war jedoch Kartoffelbrei im Knuspermantel) begaben wir uns auf die Reise zu den 57,85 Strohfußabstreifern, die das Domizil meines o-nii-san
markieren.

Nach einer kurzen Rast zum Ablegen des Gepäcks und zum Duschen (Meine Güte, das ist sooooooooooo sch... schwül hier! Also, dieses ganze Sauna-Getue in D wird sicherlich nicht zur Gesundheit beitragen, denn dann müßten in Japan schon sämtliche Krankheiten vom Erdboden verschwunden sein, bei der natürlichen Sauna, die hier herrscht! Es fehlt eigentlich nur noch, daß vor einem jemand mit 'nem Schöpflöffel in den Pfoten über die Straße rennt und schreit (natürlich auf Japanisch) "Ich mach' mal noch 'nen Aufguss!") haben wir noch schnell "Lalaport" heimgesucht.

Bei Lalaport handelt es sich nicht, wie man zunächst annehmen könnte (und ich im ersten Moment der akustischen Exposition auch tat), um einen Teletubby-Raumhafen, sondern um ein gigantisches Einkaufszentrum gleich vor der Haustür, welches innerhalb eines Jahres aus dem Boden gestampft worden ist. (Warum die Bauzeit für ein lediglich ein Drittel so großes Einkaufszentrum in meiner heimatlichen Universitätsstadt aber dreimal so lang ist, erscheint mir unlogisch... die Bauherren haben das mit den direkten und indirekten Proportionalitäten in der siebten Klasse wohl nicht so ganz nachvollziehen können!?) Dort suchten wir in diversen Geschäften nach einer modernen Perversion traditioneller Einrichtungsgegenstände: die Gummi-Tatami! Eine dieser auch als "Luftmatraze" bekannten Unterlagen, sollte mir als Stätte für die Nacht dienen. Leider wurden wir bei unserer Suche nicht fündig, und da ich keine Tierquälerei zu betreiben angedacht hatte, schied auch das aufblasbare Krokodil als Option aus.

Als wir beinahe schon aufgegeben hatten geschah es! Wir sichteten gar edles Geschmeide aus Stoff mit einer Füllung aus durch Polyaddition von Isocyanaten und Polyolen entstandenen Polyurethanen!



Der Abend war gerettet, die 6 Flaschen grüner Tee, die wir getragen hatten, waren schwer, die Luft war immer noch schwül-warm, aber ich war froh in Japan bei meinem Bruder zu sein!

Eine Reise, die ist lustig...

... warum also nicht auch zwei Reisen machen? Wenn ich schonmal in Korea bin, bietet es sich durchaus an, die nunmehr stark verringerte Distanz zu einem Haufen Vulkangestein mitten im Meer zurückzulegen, um meinen großen Bruder zu besuchen.

Mir boten sich zwei Optionen: mit dem Fährschiff oder mit dem Flugzeug. Nachdem nur das 350-Mann-Dritte-Klasse-keine-Betten-oder-Stühle-Zimmer aufgrund der niedrigen Reisekosten gegenüber dem Flug von Vorteil gewesen wäre, hatte ich mich für letzteres entschieden. Aber es war unmöglich, einen direkten Flug von Busan nach Narita (Tokyo) zu bekommen, der unterhalb 600.000 Won lag!!! ("Yes, we have holiday season." - Und was macht der durchschnittliche Koreaner im Urlaub? Richtig. Er fliegt auf eine asiatische Insel, auf der eigentlich alles fast genauso ist, wie zu Hause...)

Die Lösung: ein Flug von Busan nach Osaka und von dort mit dem Shinkanzen (DER Schnellzug in Japan, wobei die Betonung auf "schnell" liegt, verehrte Deutsche Bahn) weiter nach Yokohama. Das war in Summe tatsächlich immer noch günstiger als der Direktflug.

Wenn man dann schonmal am Planen ist, sucht man sich natürlich auch schnell eine Verbindungsauskunft für den Weg vom Flughafen zu den entsprechenden Stationen heraus, um vor Ort dann wenigstens etwas zu haben, worauf man mit dem Finger deuten kann.

Am 27. in der Früh war es dann soweit (früh heißt 0600h): Ms. Park hat mich aufgesammelt, um mich zum City Bus Terminal zu bringen (welches ich ansonsten mit Sicherheit nicht rechtzeitig gefunden hätte). Lustigerweise fahren vom City Bus Terminal die Stadtbusse und die Intercity Express Busse ab. Es gibt aber noch ein Express Bus Terminal, von dem fahren dann die Stadtbusse und die Intercity Express Busse... ach, egal. Die Erklärung habe ich nicht verstanden, weil sie auch nichts mit meiner Frage zu tun hatte.

Etwa zwei Stunden später dann die Ankunft am Gimhae Airport in Busan. Der Bus hält, der Busfahrer ruft etwas, zwei Leute steigen aus dem randvollen Bus aus, der Rest bleibt sitzen. Ich: "Hä?" Wohlgemerkt, der Flughafen ist Endstation, es wäre also nicht sinnvoll, auf die Weiterfahrt zu warten, ganz abgesehen davon, daß selbst der Busfahrer nun ausgestiegen ist. Immer noch steigt sonst niemand aus. Ich begann, mich selbst zu fragen, ob das riesengrosse Schild auf dem Gebäude, welches da lautet "Gimhae Airport" vielleicht nur Werbung ist, aus Versehen dorthin gesetzt wurde, es noch einen zweiten Flughafen mit dem gleichen Namen gibt (es gibt ja auch unzählige Mr. Kim)... aber ich nahm meinen Mut zusammen, sprang aus dem Bus und stand direkt vor der Abflughalle. Noch immer stieg niemand sonst aus...!?

In der Abflughalle suchte ich die Check In-Schalter der Korean Air und reihte mich in die Schlange ein. (Eine von vielen Menschenschlangen, die ich das Wochenende über sehen sollte...) Während ich so in der Menge wartete, fiel mein Blick auf die vielen Hinweistafeln, die denselben Plastiktüten-Wahnsinn andeuteten, den man schon aus Europa und den Staaten kennt. Oje! Mein Bruder sagte mir, daß dieser Wahnsinn noch nicht die Japanischen Inseln erreicht hatte, ich ging also davon aus, daß entsprechende Vorkehrungen nicht für den Hinflug notwendig sein würden. Fehlanzeige! Da ich mit leichtem Gepäck reiste (Laptop-Rucksack und kleine Tasche), hatte ich nicht vor, irgendwas davon am Check In aufzugeben (man erinnere sich an den in Frankfurt verschwundenen Koffer... und mit nur einer Hose wollte ich nicht noch 5 Wochen zubringen, denn meine Kleidergröße ist hierzulande... unüblich).

Jetzt hatte ich aber das Problem, gefährliche Substanzen nicht in durchsichtige Plastiktüten verpackt mit mir zu führen: Killer-Colgate-Mango-Breeze-Zahnpasta und Flamethrower-adidas-action-3-Fresh-Deo!!!


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An dieser (überzogenen) Darstellung ein kleiner Einwurf: ich bringe Verständnis dafür auf, daß die Sicherheit aller Personen an Bord des Flugzeuges gewährleistet sein soll. Schließlich bin ich direkter Nutznießer dieser Tatsache. Ich bezweifle jedoch, daß der ganze Touristen-Terrorismus der nun an den Flughäfen stattfindet, wirklich die Gefahr eines Anschlages bannen kann... dazu nur ein Beispiel: an einem kleinen, aber feinen Flughafen findet derselbe Terror statt - Röntgen, Abtasten, Metalldetektor, Röntgen, Abtasten, Metalldetektor, Einschmelzen von Nagelfeilen, Vernichtung von Zahnpasta und erneut Röntgen, Abtasten, Metalldetektor. Und das nur, wenn man in der Mittagspause eine Wurstsemmel kaufen gehen möchte!!! Auf der anderen Seite der Rollbahn befindet sich ein kilometerlanger, ein Meter hoher Zaun, vollkommen unbewacht. Nun, wo wird der Herr Terrorist wohl aufs Gelände kommen?!?
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Da ich also jene Substanzen mit mir führte, entschloss ich mich kurzerhand, doch eine Tasche aufzugeben. Also, schnell niedergekniet und einige Sachen vorher noch umgeräumt.

In der Halle vor dem Gate wurde ich (während ich in ein "leckeres" Sandwich biß - puh...) von einem anderen Reisenden angesprochen, der gerade den Text auf einem Blatt auswendig zu lernen schien. Der gleichaltrige Koreaner wandte sich verzweifelt an mich, damit ich ihm die Aussprache des einen oder anderen englischen Wortes nennen konnte, denn schließlich sei ich ja Amerikaner... (Seufz!) In der Tat lernte er den Text auswendig, es handelte sich dabei um die zu erwartenden Durchsagen des Captains an Bord des Fluges nach LA. (??? Ohne Worte ???)

Einen unspektakulären Flug später stand ich nun in Osaka - an der Immigration. Und stand. Und stand. Und zwei Stunden später (eigentlich wollte ich mir Osaka noch kurz anschauen, denn mein Bruder konnte mich erst abends abholen!) kam ich schon an die Reihe. Die zuvor ausgefüllte Immigration Declaration war jedoch unvollständig! Die Adresse meiner Bleibe in Japan stand nicht drauf!

Intermezzo: Nehmen wir an, jemand reist für sein Leben gerne mit einem Rucksack auf dem Rücken planlos durch die Gegend und kommt in diversen günstigen Hostels oder Motels unter, bucht also keinesfalls im Voraus, wie soll ein solcher jemand jemals in andere Länder reisen, wenn er NATÜRLICH keine Adresse seiner Unterkunft im Voraus angeben kann?

Nun, ich war kein Rucksacktourist, sondern ich wollte bei meinem Bruder unterkommen. Aber die Adresse konnte ich beim besten Willen nicht auswendig (das eine oder andere chinesische Zeichen besteht ja aus bis zu 16 Strichen, die hatte ich mir einfach nicht merken können). Es war aber kein wirkliches Problem, denn bei der Immigration hat man ja vollen Zugriff auf alle Einwohnermeldedaten (ich hoffe nur, daß die PCs auch kennwortgeschützt sind!?) und der Name meines Bruders ist nun in Yokohama auch nicht soooo häufig anzutreffen. Einzig die Verwunderung des Immigration Officer darüber, daß mein Bruder nun wirklich keinen "Middle Name" hat, konnte ich nicht nachvollziehen.

Die letzten Hürden standen bevor: das Gepäck einsammeln und durch Customs hindurch. Beides erwies sich als problemlos. Denn Murphy hatte andere Pläne mit mir...

In der Haupthalle des Flughafens erspähten meine Augen ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Tourist Information". Da es das einzig englischsprachige im Moment zu sein schien, hielt ich darauf zu, um in Erfahrung zu bringen, von wo der Bus losfährt, der mich laut meiner zuvor ausgedruckten Auskunft zum Bahnhof Shin-Osaka bringen sollte. Die Mitarbeiterin am Tresen schüttelte jedoch nur den Kopf und erklärte mir, hier gäbe es keine Busse. Wie? Keine Busse? Ja, es sei der falsche Flughafen. Wie? Der falsche Flughafen? Bin ich nicht am Flughafen Osaka? Ja, aber es ist der falsche Flughafen. ... ... ...

Nun, ungünstigerweise hat Osaka zwei Flughäfen: Itami und Kansai. Darauf hatte ich natürlich nicht geachtet... es war aber kein Problem, denn im Gegensatz zum Itami Airport befindet sich in Kansai eine direkte Zugverbindung zu Shin-Osaka!

Darüberhinaus ist Kansai direkt auf dem Wasser, was zu einer herrlichen Aussicht beim Landeanflug führt (und zu der Frage: "Kommt da noch 'ne Rollbahn?").



Das Zugticket war leicht und schnell im Japan Railways Ticket Office erworben (dort sprach niemand Englisch, aber "Shin-Yokohama" und ein Dackelblick hatten vollkommen ausgereicht).



Mit dem Haruka Express nach Kyoto war ich in 1 1/2 Stunden in Shin-Osaka und konnte dort, dank der Aufschrift meines Zugtickets, welches englische Unterschriften enthielt, den richtigen Shinkanzen auch ausfindig machen. Hättet Ihr (des Japanischen Mächtige ausgeschlossen) sofort gewußt, daß hier der Nozomi 28 nach Tokyo über Shin-Yokohama um 1530h losfährt?



Der is' scho schnell. Ausserdem hatte ich zufällig das Vergnügen, mit dem brandneuen (seit 1. Juli 2007 verkehrenden) Shinkanzen N700 zu fahren!



Nach 2 1/2 Stunden auf dem Mülleimer (tjaaaa... so eine Sitzplatzreservierung ist schon was Feines... für diejenigen, die eine haben) erreichten wir Shin-Yokohama. Dort sollte ich laut meinem Bruder nicht den Bahnhof verlassen, aber durch das West Gate rausgehen. (Auch hier wieder mein beliebtes: Hä?) Ehrlich, ich habe wirklich versucht, nicht den Bahnhof zu verlassen UND gleichzeitig durch das Westtor herauszugehen. Die Phrase "Doko nishi guchi?" (Wo Westtor?) ließ einen von mir zuerst befragten Wächter (ein anderer Begriff fiel mir nicht ein für jemanden, der in neongrün gekleidet, mit neonorange verziert und leuchtendrotem, zu kurz geratenen Lichtschwert in der Ecke steht) in einen Redeschwall ausbrechen - auf japanisch (ja was denn sonst?). Meinen Blick möchte ich in diesem Moment nicht gesehen haben, er führte jedoch dazu, daß mein Gegenüber abrupt unterbrach und mich sehr verwundert ansah. Bei seinen Reden deutete er aber in eine Richtung, und ich nahm an, daß ich dorthin gehen müsse.

Dabei geschah es! Ich verließ den Bahnhof! Aber auch hier teilte mir einer der Passanten auf die wiederholte Phrase von zuvor mit (zumindest nehme ich das an), daß ich hier am Westausgang sei.

Mein Bruder hatte soetwas jedoch wohl schon vorgeahnt (woher nur?) und mit mir einen alternativen Treffpunkt ausgemacht - die goldenen Arkaden!

Glücklicherweise entdeckte ich sie bei ein paar Photographien am vermeintlichen Westausgang. Na? Wer kann sie noch sehen?



Es war jedoch gar nicht so leicht, dorthin zu kommen, da der gesamte Bahnhof sich gerade im Umbau befindet. Umso größer war die Freude, als ich die scheinbar einzige Person, die einen Integralhelm, Handschuhe und Motorradjacke in ganz Japan trägt, auf seiner zweirädrigen Rosinante zur Rettung herannahen sah. Auf, auf, Don Quijote!!!